Montag, 9. April 2018

04.04.2018 Wien
Wien ist eine sehr aufgeräumte und saubere Stadt. Alles ist für die Bürger wohlorganisiert. So muss Michelle auch notgedrungen einen "Beißkorb" in den öffentlichen Verkehrsmitteln tragen. Ein älterer Herr hat uns höflich darauf aufmerksam gemacht.




 


 Wir fahren mit der Tram 37 zum Währinger Gürtel, wechseln dann in den Bus 37A zum Türkenschanzpark in das Währinger Cottageviertel. In dieser Villengegend ist alles noch gepflegter. Hier residierten hochangesehene und berühmte Bürger Wiens. Wir spazieren an den Villen von Peter Alexander, Arik Brauer, Artur Schnitzler, Thomas Hampton 
und Felix Salten (Erfinder von Bambi) vorbei. Wiener Cottageviertel
Eine Welt, die mit dem wirklichen Leben nichts mehr zu tun hat. Zurück mit dem Bus 44A zum Schottentor und dann mit der U2 zur Taborstrasse. Ziel ist der Karmeliterplatz , ein trendiger Marktplatz. Auch hier viele wohlhabende, junge Menschen mit den dazugehörenden Shops und Cafes. Es ist eine angenehme, entspannte Gegend zum Bummeln und Verweilen. Die Taborstrasse ist sehr belebt und hat ein Multi-Kulti Flair.

 


 



05.04.2018 Wien
Heute ist ein Spaziergang durch die Josefstadt vorgesehen. Wir steigen an der Schwarzspanierstrasse aus und laufen die Berggasse abwärts, kommen am Sigmund Freud Museum und einem Second-Handshop der Volksfürsorge vorbei (wir sind natürlich reingegangen) bis zur Servatengasse. Dort ist eine angenehme Schlenderatmosphäre. Die meisten Häuser stammen aus der Jahrhundertwende, sind stilvoll, aber nicht aufdringlich saniert. Die Servatenkirche ist ein angenehmer Kontrast zu den sonst üblichen Prunkkathedralen. Von dort die Porzellangasse entlang zur Strudelhofstiege, die von Heimito von Doderer als Romantitel verwendet wurde.

 


 Zurück zur Spitalgasse und mit der Tram 5 zur Kaiserstrasse, um von hinten zur Neubaugasse zu gelangen. Hier gibt es einen Shop von Blue Tomato, den ich mir gerne mal anschauen wollte. Wir haben dort ein Cafe entdeckt, das eigentlich ein Plattenladen und ein Cafe ist :sehr cool !

06.04. Wien
Nach den aus medizinischer Sicht vielen halblegalen Spaziergängen in Wien, muss ich mal eine Pause einlegen. Das Laufen an den Krücken verursacht Gelenkschmerzen, wo ich sie gar nicht vermutet habe. Den Vormittag nutze ich zur Wiederbelebung meines Blogs. Ist doch schade, wenn diese einzigartigen Eindrücke verloren gehen. Am Nachmittag fahre ich mit der Tram 37 zur Spitalgasse und laufe von dort aus zum Wohnhaus von Viktor Frankl, dem Begründer der Logotherapie und der Existenzanalyse, an der Mariannengasse 1-5. In der ehemaligen Wohnung Frankls ist ein kleines, aber feines Museum über das Leben und die wissenschaftliche Arbeit perfekt medial aufbereitet. Grundlage der Logotherapie ist die Annahme, dass der Mensch ein geistbegabtes Wesen ist, das allen Widrigkeiten zum trotzen vermag, sobald und solange es Sinn im Leben findet. Dieser ressourcen orientierte Ansatz gefällt mir sehr gut.

These von Frankl
 





 07.04.2018 Maribor
Weltenwechsel. Wir verlassen das boheme lastige Wien mit weinendem Auge. Wir kommen ganz sicher zurück. Über die A2 fahren wir in südliche Richtung. Zwischenstopp in Wiener Neustadt. Hier sieht die Welt schon ganz anders aus. Die Menschen noch winterlich blass, die Geschäfte unspektukalär und die Strassen sanierungsbedürftig. Mitten auf dem Marktplatz wird ein neuer Müllwagen präsentiert. Stolz berichten die städtischen Müllwerker, dass dieser Wagen automatisch die Biotonnen mit einem Wasserstrahl reinigt, das Brauchwasser nachts wieder aufbereitet, was dann zur Bewässerung der kommunalen Blumenbeete genutzt wird. Das Müllthema begleitet mich also weiter. 
In Walkersdorf verlassen wir die Autobahn und fahren auf der B66 Richtung Maribor. Eine hügellastige Berg- und Talfahrt, vorbei an hochaufragenden Bergspitzen, an denen Burgen, Kirchen und Klöster kleben. In Bad Radkersburg passieren wir die Grenze nach Slowenien. Unser neues Zuhause in Maribor ist ein grasser Gegensatz zum stylischen Wien. Eine Einfamilienhaussiedlung am Rande der Stadt, mit viel Holz, Nutz- und Ziergärten. Alles scheint immer im An-Um- oder Neubau begriffen zu sein. Unsere Wohnung ist klein holzlastig, aber gemütlich. Prunkstück ist die hölzerne überdachte Terrasse.

 
 

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