Sonntag, 22. April 2018

22.4.2018 Bochum
Rückblick auf Strunjan 
Lago Maggiore feeling . Die schmale slowenische Küste ist gerade mal 46 km lang. Hier reihen sich touristische Höhepunkte aneinander. Strunjan ist eine Ausnahme. Der ort besteht eigentlich nur aus einer Andammlung von Häusern, einem Campingplatz und wenigen Hotels. 
Nach dem durchregneten Einstiegstag, ließ der Himmel am nächsten Tag auf Besserung hoffen. Die Sonne setzte sich durch. Piran und Koper wollen wir uns anschauen. Piran ist tatsächlich ein Meisterwerk der Baukunst. Allein die Lage auf einer Landzunge ist unvergleichich. Wir schlendern durch die noch leeren Gassen und Laubengänge, entlang an kleinen Piazzas oder  kleinen Kirchen. Wir trinken einen ersten Freilandcappucino in einem Cafe direkt am Meer. Die Kellnerin ist mürrisch, dafür ist das Meer tatsächlich grün-blau-türkis. Portoroz kann man sich sparen, da waren wir gestern schon bei der Ambulanz. Am Nachmittag schauen wir uns Koper an, die größte Stadt an der slowenischen Küste. Das Leben ist hir etwas alltäglicher als im pitturesken Piran, aber auch hier verschlungene Gassen mit netten Geschäften und immer wieder grandiosen Ausblicke aufs Meer. Hier gerate ich in einen Oviesse und muss mir eine Hose und Schuhe kaufen.









Samstag war ein Superwetter. Wir machten uns auf nach Triest und umrundeten die Landspitze bei Ankaran und Muggia. Ein Landstrich voller Sonne, Meer, Weinbergen, olivenhainen und hübschen Dörfern. Von Muggia aus sieht man auf der anderen Seite der Bucht das Unheil schon auf sich zukommen. Der Industriegürtel von Triest. Bei uns wäre das Industriekultur, hier ist es stinkende, rauchende Realität. Passend dazu, die wie Krakenarme verlaufenden Bausünden der 70er Jahre, die Stadtautobahn. Die Innenstadt von Triest, geradezu eine Erlösung. Der Hauptplatz Piazza Italia dell Unita , eine Kombination aus venezianischen Gebäuden und einer Sichtachse aufs Meer und die Schneegipfel der Alpen. Triest ist eine sehr entspannte und für italienische Verhältnisse ruhige Stadt mit einer Vielzahl von Cafes, kleinen Märkten und netten Geschäften.(Ich habe mal wieder eine Bratpfanne gekauft) Eine kleine Anekdote am Rande. Ich stehe selbst auf Krücken an einer Straßenecke, da kommt eine Frau, auf einen Taxifahrer gestützt, vorbei und ruft um Hilfe. Ich schiebe ihr sofort meine Krücken unter. Johannes, als gelernter Physiotherapeut begleitet sie in ihre Wohnung.
 


 

Am Sonntag genießen wir den Vormittag auf der Terrasse. Michelle hat mittlerweile die Überwachung von zwei Toren übernommen, während der Hofhund Max schnarcht.




 

 

Donnerstag, 12. April 2018

9.4. und 10.4.2018 Maribor
Erkältungsgeschwächt und gehbehindert ist keine gute Kombination und so laufen unsere Unternehmungen am Montag und Dienstag auf kleiner Flamme. Montagnachmittag bummeln wir nochmal durchs historische Maribor. Es ist zum ersten Mal T-Shirt Wetter, denn auch bei Sonnenschein weht immer ein kräftiger Wind.
Dienstag machen wir einen Ausflug in die Weingebiete östlich von Maribor an der ungarischen Grenze.Wir fahren auf der slowenischen Weinstrasse zwischen Ormoz, Ljutomer und Pluj durch wunderschöne, hügelige Landschafte. Es gibt kaum Ortschaften, sondern eher kleine Weiler. Überall wird Wein zum Verkauf angeboten. Hauptweinort ist Jeruzalem. Die Weinberge sind mitunter nur unter halsbrecherischen Bedingungen zu bewirtschaften. Anders als in unseren Weinbaugebieten werden noch Steillagen bewirtschaftet.
Die kleinen Städchen in der Umgebung sind wenig attraktiv, viel Leerstand, wenig Menschen, alles wirkt ein wenig abgehängt.

auf unserer Terrasse
 





 


Impressionen aus Celje
 

 11.4.2018 Strujan Istrien Adriaküste
Das Programm geht weiter. Wir durchqueren Slowenien und entdecken in einem Blindversuch die hübsche Stadt Celje, die leider in keinem Reiseführer erwähnt wird. Alles wirkt schon italienisch. Nur die Menschen sind entspannter. Die Fahrt an die Adria gleicht im letzten Abschnitt einer Achterbahnfahrt. Auf der Autobahn werden regelmäßig elektronisch die Vignetten überprüft. An der Küste sofort mediterranes Feeling. Die Vielfalt der schon blühenden Pflanzen und Bäume betört mich in jedem Frühjahr. Was fehlt, ist ein blauer Himmel. Unser neues Zuhause liegt hoch oben über der Adria mit Blick auf die Salzfelder und die schneebedeckten Gipfel im Hintergrund. Unser Häuschen ist klein, hat eine Terrasse mit Weitblick. Hier hat Michelle das große Los gezogen. Der Garten ist komplett umzäunt und der nette Husky ist ihr sogar sympathisch. Zuerst müssen wir das Haus von den Scharen von Stechmücken befreien, die hier wohl überwintert haben oder geschlüpft sind. Mit hartem Schlappenschlag war das auch wieder in den Griff zu kriegen.

 


 




  Über den ersten Tag gibt es wenig zu berichten. Dauerregen im Land, wo die Zitronen blühen. Besuch in der Polyklinik. Ein Antibiotikum und Bettruhe sollen Johannes wieder auf die Beine helfen.

Montag, 9. April 2018

08.04.2018 Maribor


 




Johannes wacht mit einer Erkältung auf und ist für keine Unternehmung verfügbar. Es ist wunderschönes Frühlingswetter. Ich erkunde am Vormittag mit Michelle die Umgebung : grün, freundlich und praktisch. Am Nachmittag fahre ich mit dem Bus ins Stadtzentrum und bin überrascht. Eine wunderschöne, pittoreske Altstadt, die sich am Ufer der Drau entlangschlängelt. Wie überall in den Städten der ehemaligen KuK Ländern, ragt eine Pestsäule in den makellosen Himmel des Marktplatzes. Kirchen, Klöster und Residenzgebäude begrenzen den Platz. Enge, verschlungene Gassen verbreiten italienisches Flair. Die Stadt ist sympathisch, nicht touristisch hochglanz poliert und voller junger Menschen.
Mit geschultem Auge nehme ich ein Müllproblem wahr.


04.04.2018 Wien
Wien ist eine sehr aufgeräumte und saubere Stadt. Alles ist für die Bürger wohlorganisiert. So muss Michelle auch notgedrungen einen "Beißkorb" in den öffentlichen Verkehrsmitteln tragen. Ein älterer Herr hat uns höflich darauf aufmerksam gemacht.




 


 Wir fahren mit der Tram 37 zum Währinger Gürtel, wechseln dann in den Bus 37A zum Türkenschanzpark in das Währinger Cottageviertel. In dieser Villengegend ist alles noch gepflegter. Hier residierten hochangesehene und berühmte Bürger Wiens. Wir spazieren an den Villen von Peter Alexander, Arik Brauer, Artur Schnitzler, Thomas Hampton 
und Felix Salten (Erfinder von Bambi) vorbei. Wiener Cottageviertel
Eine Welt, die mit dem wirklichen Leben nichts mehr zu tun hat. Zurück mit dem Bus 44A zum Schottentor und dann mit der U2 zur Taborstrasse. Ziel ist der Karmeliterplatz , ein trendiger Marktplatz. Auch hier viele wohlhabende, junge Menschen mit den dazugehörenden Shops und Cafes. Es ist eine angenehme, entspannte Gegend zum Bummeln und Verweilen. Die Taborstrasse ist sehr belebt und hat ein Multi-Kulti Flair.

 


 



05.04.2018 Wien
Heute ist ein Spaziergang durch die Josefstadt vorgesehen. Wir steigen an der Schwarzspanierstrasse aus und laufen die Berggasse abwärts, kommen am Sigmund Freud Museum und einem Second-Handshop der Volksfürsorge vorbei (wir sind natürlich reingegangen) bis zur Servatengasse. Dort ist eine angenehme Schlenderatmosphäre. Die meisten Häuser stammen aus der Jahrhundertwende, sind stilvoll, aber nicht aufdringlich saniert. Die Servatenkirche ist ein angenehmer Kontrast zu den sonst üblichen Prunkkathedralen. Von dort die Porzellangasse entlang zur Strudelhofstiege, die von Heimito von Doderer als Romantitel verwendet wurde.

 


 Zurück zur Spitalgasse und mit der Tram 5 zur Kaiserstrasse, um von hinten zur Neubaugasse zu gelangen. Hier gibt es einen Shop von Blue Tomato, den ich mir gerne mal anschauen wollte. Wir haben dort ein Cafe entdeckt, das eigentlich ein Plattenladen und ein Cafe ist :sehr cool !

06.04. Wien
Nach den aus medizinischer Sicht vielen halblegalen Spaziergängen in Wien, muss ich mal eine Pause einlegen. Das Laufen an den Krücken verursacht Gelenkschmerzen, wo ich sie gar nicht vermutet habe. Den Vormittag nutze ich zur Wiederbelebung meines Blogs. Ist doch schade, wenn diese einzigartigen Eindrücke verloren gehen. Am Nachmittag fahre ich mit der Tram 37 zur Spitalgasse und laufe von dort aus zum Wohnhaus von Viktor Frankl, dem Begründer der Logotherapie und der Existenzanalyse, an der Mariannengasse 1-5. In der ehemaligen Wohnung Frankls ist ein kleines, aber feines Museum über das Leben und die wissenschaftliche Arbeit perfekt medial aufbereitet. Grundlage der Logotherapie ist die Annahme, dass der Mensch ein geistbegabtes Wesen ist, das allen Widrigkeiten zum trotzen vermag, sobald und solange es Sinn im Leben findet. Dieser ressourcen orientierte Ansatz gefällt mir sehr gut.

These von Frankl
 





 07.04.2018 Maribor
Weltenwechsel. Wir verlassen das boheme lastige Wien mit weinendem Auge. Wir kommen ganz sicher zurück. Über die A2 fahren wir in südliche Richtung. Zwischenstopp in Wiener Neustadt. Hier sieht die Welt schon ganz anders aus. Die Menschen noch winterlich blass, die Geschäfte unspektukalär und die Strassen sanierungsbedürftig. Mitten auf dem Marktplatz wird ein neuer Müllwagen präsentiert. Stolz berichten die städtischen Müllwerker, dass dieser Wagen automatisch die Biotonnen mit einem Wasserstrahl reinigt, das Brauchwasser nachts wieder aufbereitet, was dann zur Bewässerung der kommunalen Blumenbeete genutzt wird. Das Müllthema begleitet mich also weiter. 
In Walkersdorf verlassen wir die Autobahn und fahren auf der B66 Richtung Maribor. Eine hügellastige Berg- und Talfahrt, vorbei an hochaufragenden Bergspitzen, an denen Burgen, Kirchen und Klöster kleben. In Bad Radkersburg passieren wir die Grenze nach Slowenien. Unser neues Zuhause in Maribor ist ein grasser Gegensatz zum stylischen Wien. Eine Einfamilienhaussiedlung am Rande der Stadt, mit viel Holz, Nutz- und Ziergärten. Alles scheint immer im An-Um- oder Neubau begriffen zu sein. Unsere Wohnung ist klein holzlastig, aber gemütlich. Prunkstück ist die hölzerne überdachte Terrasse.

 
 

Berlin-Wien-Maribor-Piran-San Odorico

Berlin-Wien-Maribor-Piran-San Odorico im April 2018

Ostermontag, 02.04.2018
Um 5.00 morgens Start bei minus 1° von Berlin nach Wien, mit 633km  unsere längste Etappe. Vor der Abfahrt musste das Auto noch vom Eis frei gekratzt werden. Über Dresden, Prag (eine unfreiwillige Stadtrundfahrt eingeschlossen) und Brno erreichen wir Wien gegen 16.00. Unsere erste Rast in Bad Gottleuba (östliches Erzgebirge) war angenehmer als erwartet. Der Ort ist gar nicht so schlecht, wie er sich anhört.





In Wien angekommen bei 17° und Sonnenschein konnten wir die Wintermäntel ablegen. Die Ferienwohnung in der Nusswaldgasse 19 im 9. Wiener Bezirk Döbling, liegt in einem alten Haus, umgeben von einem verwunschenen Garten. Die Größe, die Einrichtung und Gestaltung der Wohnung übertrifft unsere Erwartungen. Alles ist hell, modern und freundlich. Der Stadtteil Döbling hat eine gelungene Mischung aus Alt- und Neubauten, zahlreichen Parks und Grünflächen. Für den Hund ein Luxusquartier. Soziale Gegensätze sieht man hier nicht, das Österreichische hat Vorrang.


Der Garten zum Verweilen

Aussicht aus der Wohnung

Aussicht aus der Wohnung

Michelle im Hausflur

 
 Dienstag, 03.04.2018

Gleich um die Ecke unserer Wohnung fährt die Tram 37 bis zum Schottentor (Universitätsviertel, Innenstadt). Von hier aus mit der U4 zum Volkstheater. Prunkbauten aller Art nehmen den Raum ein. Gegenüber das Naturkundemuseum im klassizistischen Stil, rechts das Museumsquartier. Ein gigantischer Komplex aus futuristischen Neubauten und Residenzgebäuden beherbergt sechs Museen. Der Außenbereich ist sehr modern in einer Kombination aus Beton und Wasser gestaltet.Museumsquartier Wien. 
Eingang Museumsquartier
 


 Von dort aus ist es nicht mehr weit zur Mariahilferstrasse, der Haupteinkaufsmeile Wiens. Unser Ziel war die Neubaugasse im angesagten 7. Bezirk. Die zahlreichen Cafes, Restaurants aus allen Winkeln der Welt, die Geschäfte mit trendigen Labels erfreuen das Herz eines jeden Hipsters und meines auch. Wir essen zum ersten Mal draussen eine japanische Suppe und lassen uns durchs Viertel treiben. Erwähnenswert ist noch ein Fairtradeshop und ein Altwarenladen an der Lerchenfeldstrasse. In letzterem hat Johannes acht gleiche Frühstücksteller gekauft, ein absolutes Novum in unserem Haushalt.